Traditionsberuf neu aufgelegt: Karriere als Uhrmacher

Der Traditionsberuf Uhrmacher erfreut sich in Deutschland seit Jahren wachsender Beliebtheit. 2012 gab es rund 2.800 Uhrmacher, vier Jahre später waren es über 3.160, wie eine Datenerhebung auf statista.com zeigt. Die junge Generation scheint mit diesem Job fasziniert zu sein. Auch im digitalen Zeitalter sind und bleiben Uhren ein wichtiges Accessoire. Was man benötigt, um Uhrmacher zu werden, erklärt dieser Ratgeber.

Das Berufsbild des Uhrmachers

Uhrmacher sind nicht nur äußerst pünktliche Menschen, sondern auch Spezialisten mit viel Feingefühl und Geduld. Zahlreiche Hersteller sowie Reparatur- und Servicewerkstätten sind auf der Suche nach Nachwuchsuhrmacher, die von Veteranen das Handwerk erlernen und diesen Traditionsberuf weiterführen. Ein moderner Uhrmacher arbeitet nicht nur an mechanischen Uhren, sondern auch Quarzuhren, Funkuhren sowie elektrischen Schaltuhren. Zum Aufgabengebiet des Handwerkers gehört neben der Herstellung von Uhren auch ihre Reparatur und Restaurierung.

Ein Uhrmacher arbeitet aber nicht nur in der Werkstatt, sondern bewegt sich im Regelfall auch im Verkaufsraum, wo er Kunden berät und kleine Arbeiten rund um die Reparatur und Instandhaltung einer Uhr ausführt. Aufwendigere Arbeiten werden nicht sofort ausgeführt, da unter Umständen ein Ersatzteil angefertigt werden muss. Das ist insbesondere bei älteren Modellen der Fall.

Wo Uhrmacher Karriere machen können

Die Jobaussichten für Uhrmacher sind besser denn je. Die Uhrenindustrie sucht dringend Nachwuchs. Interessenten können sich zum Beispiel bei Wempe-Karriere als Uhrmacher bewerben. Ausbildungen werden über einen Zeitraum von drei Jahren in Glashütte durchgeführt; im Anschluss können Uhrmacher ein Trainee-Jahr anhängen und sich zum Service-Uhrmacher ausbilden lassen. Auszubildende haben auch die Möglichkeit, in einer speziellen Wohngemeinschaft für Azubis untergebracht zu werden, sodass sie keine Kosten für Miete tragen müssen.

Der erfolgreiche Abschluss der Ausbildung eröffnet Auszubildenden viele Karrieretüren: Sie können in der Uhrenmanufaktur arbeiten oder als Service-Uhrmacher tätig werden – in Deutschland oder im Ausland.

Schulische und handwerkliche Voraussetzungen

Es gibt keine rechtlichen Vorschriften bezüglich der schulischen Voraussetzungen. Handwerksbetriebe stellen aber im Regelfall nur junge Menschen ein, die zumindest einen Hauptschulabschluss haben, bevorzugen aber jene mit mittlerer Reife oder Hochschulreife.

Ansonsten gibt es noch folgende Voraussetzungen, die jeder Interessent erfüllen sollte:

  • keine Sehschwäche
  • Geduld
  • technischer Verstand
  • handwerkliches Geschick
  • Physik- und Mathematikkenntnisse
  • Tastempfinden

Die Montage kleiner Bauteile erfordert sehr viel Geduld und handwerkliches Geschick. Deshalb sollte man von Anfang an sicher sein, diese beiden Voraussetzungen zu erfüllen, ehe man sich für den Job als Uhrmacher entscheidet.

Gehaltsaussichten als Uhrmacher

Die Ausbildung zum Uhrmacher dauert im Schnitt drei Jahre. Wer im Bereich der Industrie arbeitet, der verdient der Bundesagentur für Arbeit zufolge im ersten Jahr durchschnittlich 994 Euro, danach 1.057 und abschließend 1.150 Euro pro Monat.

Nach einer erfolgreichen Ausbildung können sich Uhrmacher auf ein Bruttogehalt von rund 1.800 Euro freuen, je nachdem, in welcher Branche und welchem Betrieb sie arbeiten. Wer im Laufe der Jahre Kurse besucht und sich weiterbildet, kann mithilfe der wachsenden Berufserfahrung bis zu 3.000 Euro verdienen.

Übrigens: Nicht nur in Deutschland werden Nachwuchsuhrmacher gesucht, sondern auch in der Schweiz. Das Nachbarland hat einen genauso großen Bedarf wie die deutschen Unternehmen.

Der Beruf des Uhrmachers in Zukunft

Die Berufsaussichten sind derzeit und in der nahen Zukunft sehr gut, da gerade ein Generationenwechsel stattfindet. In der Schweiz und in Deutschland besteht akuter Nachwuchsbedarf, die die Jobaussichten verbessern.

Arbeitslosigkeit befällt einen Uhrmacher selten. Die edlen Accessoires müssen immer gewartet oder repariert werden, insbesondere bei mechanischen Modellen. Auch bezüglich der Computerisierung müssen sich Uhrmacher aktuell keine Sorgen machen. Selbst wenn Roboter Uhren herstellen könnten, wären sie derzeit nicht in der Lage, sie auch zu reparieren.

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