Kraftfahrer

Berufsbild Kraftfahrer


Die korrekte Bezeichnung für Kraftfahrer ist Berufskraftfahrer. Berufskraftfahrer arbeiten in der Personen- und Güterbeförderung. Sie sind bei Speditionen, Pannen- und Abschleppdiensten, Kurierunternehmen, im Baustofftransport, etwa für Straßenverkehrs-, Wasserbau- oder Hochbaufirmen, bei der Abfallwirtschaft oder bei Verkehrsbetrieben und Reiseunternehmen beschäftigt. Kraftfahrer, die in der Personenbeförderung tätig sind, arbeiten in der Regel als Busfahrer im Nahverkehr oder als Reisebusfahrer. Kraftfahrer im Güterverkehr sind zumeist im Lkw, in Sattelzügen oder Sonderfahrzeugen, z.B. für Flüssigkeiten oder Lebendviehtransporten, auch über Ferndistanzen unterwegs. Die Aufgaben eines Berufskraftfahrers richten sich nach seinem Tätigkeitsfeld. Zwar gibt es grundsätzliche Aufgaben eines Kraftfahrers, wie die Führung eines Fahrtenbuchs, die Tourenplanung, die Durchführung von Verkehrs- und Betriebssicherheitskontrollen des Fahrzeugs oder die Behebung kleiner Wartung und Reparaturen, dennoch unterschieden sich die Tätigkeiten im Güter- und Personenverkehr. Kraftfahrer im Güterverkehr nehmen Traportsgüter an, prüfen die Frachtpapiere und die korrekte Verteilung und die Sicherung der Ladung und sind verantwortlich für die Kontrolle des Fahrzeugs, etwa Bremsanlagen und Räder. Während der Fahrten, die sowohl nachts als auch tagsüber stattfinden, müssen sie Lenk- und Ruhezeiten einhalten und sind häufig über mehrere Tage oder sogar Wochen unterwegs und übernachten während dieser Zeit auch in der Fahrerkabine. Kraftfahrer sind nicht nur für die fristgerechte Ablieferung der Waren verantwortlich, sondern regeln auch alle Zollformalitäten. Kraftfahrer im Personenverkehr sind entweder im Nahverkehr tätig und fahren Linienbusse, in denen sie, neben der technischen Überprüfung des Fahrzeugs, auch für Fahrkartenverkauf und -information zuständig sind. Oder sie sind im Reiseverkehr beschäftigt und befördern über längere Distanzen Reisegruppen. In diesem Fall übernehmen sie neben der Überprüfung des Fahrzeugs auch die Gepäckverstauung, die Kontrolle der Bordausstattung und die Regelung bei Grenzüberschreitungen. Welche Voraussetzungen brauchen Berufskraftfahrer? Für das Fahren von Bussen wird ein Mindestalter von 21 Jahre, für das Fahren eines Lkw ein Mindestalter von 18 Jahren vorausgesetzt. Angehende Kraftfahrer sollten ein Interesse am Umgang mit technischen Geräten haben. Außerdem sollte ihnen klar sein, dass der Beruf körperlich anstrengend ist. Zum einen ist die Tätigkeit des Fahrens selbst physisch anstrengend und erfordert höchste Konzentration und Daueraufmerksamkeit, zum anderen müssen Kraftfahrer häufig auch beim Be- und Entladen des Fahrzeugs mithelfen. Schließlich müssen Kraftfahrer bereit sein, lange und häufig unterwegs zu sein und sowohl im Schicht- und Wochenenddienst als auch in der Nacht zu fahren.

Ausbildung Kraftfahrer

Die Ausbildung zum Berufskraftfahrer ist dual organisiert und dauert drei Jahre. Die Ausbildung kann unter bestimmten Bedingungen verkürzt und in Teilzeit absolviert werden. Ausbildungsbetriebe sind beispielsweise Speditionen oder Reiseverkehrsunternehmen. Zwar gibt es keine gesetzlich vorgeschriebene Ausbildungsvoraussetzung, in der Regel wird jedoch ein Hauptschulabschluss gefordert. Inhalte der Ausbildung sind u.a. die Funktionsweisen von Fahrzeugen, die Pflege, Wartung und technische Überprüfung von Fahrzeugen, die Güterverladung sowie die Kontrolle von Fahrgastsicherheit und Ladesicherheit. Außerdem stehen die Themen Verkehrsvorschriften und Zollformalitäten für In- und Ausland, die Planung von Routen im In- und Ausland, das sichere Führen von Kraftfahrzeugen und Fahrzeugkombinationen, einschließlich der Bedienung elektronischer Geräte, sowie die wirtschaftliche und umweltschonende Verwendung von Kraftstoff und Material auf dem Ausbildungslehrplan. Die Ausbildung endet mit einer schriftlichen und praktischen Prüfung vor der Industrie- und Handelskammer.

Weiterbildung

Für das Berufsbild Kraftfahrer gibt es gesetzlich vorgeschriebene Weiterbildungen, die alle fünf Jahre absolviert werden müssen und u.a. die Themen Verkehrssicherheit und Kraftstoffsparen beinhalten. Freiwillige Weiterbildungen werden in den Bereichen Transport von Gefahrengut, Kraftfahrzeuginstanthaltung oder Unfallverhütung angeboten. Zudem gibt es Möglichkeiten der Spezialisierung, etwa als Fuhrparkleiter, Betonmischfahrer und als Zugmaschinen- oder Sonderfahrzeugführer. Kraftfahrer, die sich zum Kraftverkehrsmeister weiterqualifiziert haben, können sich mit selbstständig machen, etwa mit einer Spedition.
Werbung

Kommentar schreiben

This site uses Akismet to reduce spam. Learn how your comment data is processed.

Weitere Artikel

Back to Top